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Sonntag, 19. April 2026 ab 16:30 Uhr
Martinskirche auf dem Christenberg
Navi: Christenberg 3, 35117 Münchhausen
Eintritt ist frei. Eine Spende am Ausgang wäre toll.
Infos zur Drehleier:
Was ist überhaupt eine Drehleier?
Im Prinzip ein Saiteninstrument, jedoch werden die Saiten von einem Rad angestrichen, welches mittels einer Kurbel gedreht wird. Die Melodie wird mit Tasten erzeugt, die Musizierenden haben also „beide Hände voll“ zu tun. Charakteristisch für die Drehleier ist der Grundton, der durch das permanente Anstreichen einer oder mehrerer sogenannter Bordunsaiten erzeugt wird.
Bordun = Halteton zur Begleitung einer Melodie.
Drehleiern gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Als eine der ältesten gilt das Organistrum, dessen Ursprung bis ins zehnte Jahrhundert zurückreicht.

Drehleier mit 10 Saiten. Links die Kurbel, das Anstreichrad liegt unter einer Abdeckung. Rechts davon die Tasten zum Spielen der Melodien.
Musikinstrumentenmuseum in Lißberg:
Das Musikinstrumenten-Museum zeigt die größte Drehleier- und Dudelsack-Sammlung der Welt, außerdem noch zahlreiche andere seltene und teils skurrile Instrumente.
Einige dieser Drehleiern werden bei unserem Konzert zu hören sein. Wer mag, kann anschließend die Instrumente besichtigen und vielleicht selbst einmal versuchen, eine Melodie zu spielen.
„Der Name der Rose“ – dieser Filmtitel dürfte den meisten von uns ein Begriff sein. Was aber nur Eingeweihte wissen: der Frankfurter Musikinstrumenten-Bauer und -sammler Kurt Reichmann (1940-2025) stellte für den Film einen Nachbau des „Nürnbergisch Geigenwerkes“ her. Näheres dazu und Infos zu diesem speziellen Instrument gibt es im Audio-Guide des Museums auf Station 13.
Nach dem Vorbild der Bremer Stadtmusikanten sind einige der historischen Instrumente vor dem Museum aufgetürmt.

Das Museum hat auf seiner Website einen ausführlichen Audio-Guide. Auf mehr als zwanzig Stationen gibt es alles Wissenswerte zum Museum und zu den Exponaten – zu Lesen und zu Hören!
Kurt Racky und das Bonifatius-Ensemble
Kurt Racky war 30 Jahre lang Pfarrer von Lißberg. Er ist von Beginn an der Leiter des im Jahr 1990 eröffneten Musikinstrumenten-Museums in Lißberg. Als Musiker nutzt er die Möglichkeiten des Museums für Aufführungen von Chor- und Instrumentalmusik – von der frühen Mehrstimmigkeit bis hin zur Gegenwart. So werden seit 2004 auch Konzerte dieser als Bonifatius-Ensemble auftretenden Musizierenden entlang der Bonifatius-Route gegeben. Rund die Hälfte der Chormitglieder tritt auch solistisch auf.
Ziel des Chores ist es, in kleiner Besetzung größere und oftmals vielstimmige Chorkompositionen aus allen Stilepochen neu zu entdecken. In Kombination mit seltenen bis welteinmaligen Instrumenten aus dem Musikinstrumenten-Museum – wie die geistlichen und weltlichen Vorläufer der Drehleier – werden so auch mittelalterliche Gesänge der Vergessenheit entrissen.
Wer tritt auf:
Kurt Racky tritt gemeinsam mit einer Musikerin des Ensembles auf. Zusammen oder solo lassen sie die alten Instrumente erklingen, begleiten das Spiel hier und da auch mit ihrem Gesang.
Kurt Racky war 30 Jahre lang der Ortspfarrer von Lißberg. Seit der Eröffnung des Musik-Instrumenten-Museums in Lißberg im Jahr 1990 ist er Leiter des Museums.

Das Publikum wird zwischen den Darbietungen auch das eine oder andere Wissenswerte zu den historischen Instrumenten erfahren.
Nach dem Konzert können die Instrumente in Augenschein genommen werden. Wer mag, versucht selbst einmal, dem Instrument eine Melodie zu entlocken.

